Niemand weiß genau, wie viele deutsche Kinder einen amerikanischen Soldaten ihren Vater nennen. Nach offiziellen Angaben sollen zwischen 1945 und 1955 rund 68.000 geboren worden sein. In dieser Zeit war die Truppenstärke der Amerikaner weitaus geringer als nach 1955, als der Kalte Krieg in die heißeste Phase trat. Es wird davon ausgegangen, dass hunderttausende GI-Kinder während der Besatzungszeit in Deutschland geboren wurden. Zehntausende dieser Besatzungskinder wurden von amerikanischen Familien adoptiert und leben heute in den U.S.A.


Vom Ende des Zweiten Weltkriegs bis zur Wende waren mehr als 15 Millionen U.S. Soldaten in Deutschland stationiert. Obwohl nach der Wiedervereinigung ein Großteil der U.S. Streitkräfte abkommandiert wurde, sind nach wie vor mehrere Zehntausend GIs in Deutschland stationiert. Noch immer werden Kinder aus Beziehungen zwischen amerikanischen Soldaten und deutschen Frauen geboren.


Heute sind solche Beziehungen normal, direkt nach Kriegsende waren sie allerdings höchst problematisch. 1945 galt sogar das Fraternisierungsverbot, amerikanische Soldaten und die deutsche Bevölkerung sollten sich nicht verbrüdern. Dieses Verbot wurde 1946 aufgehoben. Dennoch wurden die Beziehungen zwischen GIs und deutschen Fräuleins sowohl von der amerikanischen als auch von der deutschen Gesellschaft lange Zeit misstrauisch beäugt.

Auch die GI-Kinder wollten nicht so recht in die deutsche Nachkriegs-Gesellschaft passen. Insbesondere afro-deutsche Kinder, die von dunkelhäutigen GIs abstammen, galten bis weit in die 50er Jahre als nicht integrationsfähig. Die Mütter wurden als Ami-Flittchen, die Kinder als Ami-Brut diffamiert. Da die GI-Kinder unehelich geboren wurden, standen sie darüber hinaus unter Aufsicht und Kontrolle der deutschen Jugendämter und Vormundschaftsgerichte. Manche Mütter haben diesen Druck nicht ausgehalten und ihre Kinder zur Adoption frei oder in Heime gegeben. Angesichts dieser gesellschaftlichen Umstände verwundert es nicht, dass viele Mütter niemals mit ihren Kindern über ihre Herkunft gesprochen haben.


Bis heute ist weitgehend unbekannt, wie viele der GI-Kinder überhaupt von der Existenz ihres amerikanischen Vaters wissen, sich auf die Suche nach ihm machten bzw. ihn vielleicht irgendwann gefunden haben. Genauso wenig ist bekannt, wie viele der GI-Väter jemals von der Existenz ihres Nachwuchses in Deutschland erfuhren. Oft mussten die GIs mit ihrer Einheit das Land verlassen, bevor das Kind geboren war.


Sicher ist, dass die Suche nach dem GI-Vater schwierig und langwierig ist. Die Mütter tun sich in der Regel schwer mit dem Wunsch ihrer Kinder, die Identität des Vaters herauszufinden. Ohne deren Informationen ist eine Suche unmöglich. Oft wissen sie auch nicht mehr als den Namen und den Standort des Soldaten, mit dem sie eine Liaison hatten. Die Suche ohne die Kenntnis des Geburtsdatums ist zum Beispiel extrem schwer. Und selbst wenn das GI-Kind selbst oder ein Suchdienst die Identität des Vaters ermittelt, gibt es keine Garantie, ob er überhaupt noch lebt bzw. an einer Kontaktaufnahme mit dem Kind interessiert ist.


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VEREINIGUNG VON GI-KINDERN UND IHREN VÄTERN